Wasservorrat

Wie du Wasservorräte für Notfälle anlegst

Im Alltag verlassen wir uns komplett auf die gesellschaftliche Infrastruktur in Form von Straßen, Gas- und Wassernetz, Stromnetz aber auch auf die Nahversorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten. Diese Infrastruktur kann im Falle einer Katastrophe aber schnell (temporär) zusammenbrechen. Eine der wichtigsten Ressourcen die ggf. schnell knapp werden könnte, ist dabei sauberes Trinkwasser. Wie man einen entprechenden Vorrat anlegt und pflegt, erfährst du in diesem Artikel.

Wieviel Wasser benötige ich pro Person?

Eine Daumenregel ist, dass du ca. 4 Liter Wasser pro Person und Tag benötigst. Jeweils 2 Liter zum Trinken und zur persönlichen Hygiene. Das ist natürlich eine grobe Regel für unser gewöhnliches Klima in Mitteleuropa. Wenn du in einer wämeren Region wohnst, kann sich der Bedarf an Trinkwasser erhöhen. Aber auch bei uns in Mitteleuropa könnten die 2 Liter Trinkwasser in einem heißen Sommer zu wenig sein. Nach Möglichkeit solltest du also in Betracht ziehen, deinen Vorrat ein wenig oberhalb der genannten Daumenregel zu dimensionieren.

Die entscheidende Frage ist nun: Für wie viele Tage solltest du Wasservorräte anlegen? Dazu gibt es mehrere Empfehlungen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt ausdrücklich für 10 Tage Vorräte anzulegen. Auch in der Prepper-Szene werden in der Regel mindestens 14 Tage für das Anlegen von Vorräten angegeben.

Wenn du dich also an der Empfehlung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe orientieren willst, würde das bei 5 Litern pro Person und pro Tag für eine einzelne Person 50 Liter ergeben. Bei einer vierköpfigen Familie sind das dann bereits 200 Liter. Bei den vollen 2 Wochen wären es bereits 70 Liter bzw. 280 Liter.

Möglichkeiten der Lagerung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Wasser Zuhause zu lagern. Es macht natürlich auch einen großen Unterschied, wieviel Platz du Zuhause hast. Ein großes Haus mit einem Keller oder ggf. sogar Nebengebäuden ist in den Möglichkeiten der Bevorratung von Wasser natürlich überhaupt nicht mit einer kleinen Wohnung vergleichbar.

Gebrauchte Flaschen. Die günstigste Variante ist es, wenn du gebrauchte Flaschen sammelst und mit Leitungswasser füllst. Wichtig ist dabei, dass du sie vorher auf jeden Fall gründlich reinigst. Das heißt ordentlich ausspülen und mit Chlor oder Bleiche reinigen, bevor du sie mit Leitungswasser füllst.

Fertig abgefülltes Wasser. Wir selbst trinken fast ausschließlich Leitungswasser und haben daher fast nie Wasser in Glas- oder Mehrweg-Kästen oder PET-Flaschen Zuhause. Dennoch ist das eine einfache Möglichkeit, um schnell einen Vorrat anzulegen. Auch der Tausch erfolgt automatisch mit dem kontinuierlichen Verbrauch. Du verbrauchst im Alltag einfach immer die ältesten Flaschen zuerst. Bei den gängigen 6x 1,5 Liter PET-Trägern brauchst du also ca. 5 Träger pro Person. Plus on top den sowieso anfallenden regelmäßigen Verbrauch.

Spezielle Wasserkanister. Im Fachhandel gibt es spezielle Kanister, meist als Campingbedarf, die sich bestens eigenen, um einen Wasservorrat darin anzulegen. Es gibt sie in unterschiedlichsten Formen und Grüßen. Ideal sind natürlich Formate, die man auch übereinander stapeln kann. Achten solltest du vor allem darauf, dass sie aus lebensmittelechtem Plastik hergestellt sind. Dunkelblau eingefärbte Kanister haben den Vorteil, dass sie zusätzlich UV-Licht abschirmen und damit Algenbildung entgegenwirken. Sie haben in der Regel auch eine gutes Volumen, sodass sie für die Menge an gespeichertem Wasser nur wenig Platz benötigen. Zudem werden sie meist mit Griffen und Hähnen ausgeliefert, sodass sie einfach zu transportieren sind und das Wasser im Bedarfsfall auch einfach entnommen werden kann.

Regenwasser speichern. Du kannst Wasser direkt in Form von Regenwasser im Garten zu sammeln, wenn du die Möglichkeiten dazu hast. Dem Platzbedarf ist dabei meist relativ einfach nachzukommen. Eine andere Herausforderung ist es in diesem Fall allerdings, das Wasser auch tatsächlich trinkbar zu machen. Dazu solltest du Wasserfilter und Reinigungstabletten anschaffen und in ausreichender Menge vorrätig haben. Gegebenfalls lässt sich das natürlich auch mit anderen Varianten kombinieren, sodass du das Regenwasser zunächst nur zum Waschen benutzt und so die Reichweite deines Trinkwassers deutlich erhöhst. Möglichkeiten gibt es dabei viele.

Für den Notfall oder zu wenig Speichermöglichkeiten

Wenn du bei dir Zuhause keinen Platz hast, um so viel Wasser zu speichern, musst du auf andere Möglichkeiten zurückgreifen. Aber auch wenn du einen gewissen Vorrat anlegen kannst, schadet es nicht, auch darüber hinaus Möglichkeiten zu haben, dich und deine Familie mit sauberem Trinkswasser zu versorgen.

Wasserdesinfektionstabletten. Tabletten auf Basis von Silberionen und Chlor können dir helfen, Wasser aus einer unsicheren Quelle schnell zu desinfizieren.

Wasserfilter. Moderne Wasserfilter bekommst du problemlos im Fachhandel. Sie basieren meist auf silberbeschichteter Mikroporenkeramik, die Bakterien und andere Kleinstlebewesen unschädlich machen. Größere Verunreinigungen werden damit natürlich auch ausgefiltert.

Wasserkocher. Ein kleiner Campingkocher kann genutzt werden, um Wasser abzukochen, was fast immer die beste und einfachste Methode ist, um das Wasser keimfrei zu bekommen. Zuhause könnte auch ein Gasgrill zum gleichen Zweck genutzt werden.

Wasser richtig einlagern

Hygiene. Reinige alle Behälter vor dem Befüllen gründlich. Damit beugst du der Kontamination mit Bakterien oder Algen bereits zu diesem Zeitpunkt vor. Eine Reinigung vor Benutzung sollten dann nicht mehr nötig sein.

Regelmäßig austauschen. Du solltest dein (indoor) gespeichertes Wasser regelmäßig auswechseln. Deinen Vorrat ein Mal pro Jahr komplett zu erneuern sollte in der Regel ausreichend sein. Zwar kann sich Wasser normaler Weise auch deutlich länger problemlos halten, jedoch kann eine regelmäßige Kontrolle und Reinigung nicht schaden.

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