Objectives and Key Results (OKR) im Alltag nutzen

OKR

Und schon haben wir wieder diese eine Zeit im Jahr erreicht, in der es um die guten Vorsätze für das neue Jahr geht. Die Vorsätze vom letzten Jahr sind meist im Sande verlaufen und nun ist es an der Zeit für neue gute Vorsätze. Damit es dieses Mal anders läuft, stelle ich dir im folgenden ein Ziele-Management-System vor, das du auch problemlos auf dich selbst anwenden kannst: Objectives and Key Resulst, kurz OKR.

Geschichte

Objectives and Key Results (OKR) basieren mehr oder weniger auf dem bereits 1954 von Peter Drucker entworfenem „Management by Objectives“ (MBO). Andrew Grove, einer der Mitbegründer von Intel, entwickelte MBO weiter zum heute bekannten OKR und führte das System bei Intel ein. Als der ehemalige Intel-Mitarbeiter John Doerr schließlich 1999 zu Google stieß, brachte er das System der OKR mit, welches die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin bei Google implementierten und welches dort auch bis heute genutzt wird. OKR wurde auch insbesondere durch die Anwendung bei Google populär.

Das System

Streng genommen sind OKR gar kein festes System, sondern eher eine Art Framework. Es dient vor allem der besseren Fokussierung, größerer Transparenz und gleichem Verständnis für die Unternehmensziele.
Eine wesentliche Unterscheidung zu den bisher viel genutzten Jahreszielen ist der Zeitraum, für den man sich OKR definiert. Dieser ist nämlich „nur“ 3 Monate lang (sprich ein Quartal), um eine bessere Genauigkeit also bei schon recht difusen Jahresplanungen zu haben.
Abgeleitet vom Namen selbst gibt es bei OKR zwei wesentliche Aspekte zu beachten. Zum einen gibt es übergeordnete Objectives, also Ziele, die beschreiben, was das Ziel ist, das erreicht werden soll bzw. wo man hin will. Zu jedem dieser Objectives gibt es dann wiederum Key Results, also Ergebnisse, die zusammengerechnet dazu führen, dass ein Objective erreicht werden kann. Die Key Results wirken ein wenig wie eine To-Do-Liste, die abgearbeitet werden kann.
Was OKR von anderen Zielesystemen jedoch unterscheidet ist, dass die Objectives und Key Results stets ambitioniert beschrieben werden sollen. Sie umfassen also nicht nur einen realistisch abschätzbaren Teil, den man im vorausliegenden Zeitraum sicher schaffen kann, sondern sie beinhalten eine darüber hinaus gehende Ambition. Man scheibt sich also mehr auf, als sicher zu schaffen ist, um sich selbst zu motivieren, mehr zu schaffen, als zunächst möglich erscheint. Das klingt irgendwie komplett verrückt, funktioniert aber tatsächlich!

Anwendung auf die guten Vorsätze

Wie du das ganze jetzt auf deine guten Vorsätze für das kommende Jahr anwenden sollst, fragst du dich? Ich zeige es dir.

  1. Identifiziere 2 bis 5 Objectives, die du im nächsten Quartal erreichen willst. Für die ersten Quartale empfehle ich dir auf jeden Fall dich auf maximal 2 bis 3 Objectives zu beschränken und dir auf keinen Fall mehr vorzunehmen! Schreibe dir deine Objectives auf!
  2. Überlege dir nun, welche Key Results zu jedem deiner Objektives nötig sind, um das Objective zu erreichen. Die Key Results beschreiben sozusagen den Weg, den du gehen musst, um deine Objectives zu erreichen. Zu jedem deiner Objectives solltest du am Ende ca. 2 bis 5 Key Results haben. Schreibe deine Key Results am besten neben deinen Objectives auf. Key Results sollten stets SMART sein.
  3. Arbeite an der Umsetzung deiner Key Results und schaue dir jede Woche den aktuellen Status an.
  4. Nach einem Quartal bzw. 3 Monaten ist es Zeit für ein Review. Notiere dir zunächst, was zu erreicht hast. Da wir von ambitionierten Zielen sprechen, sind ca. 70% bis 90% Zielerreichung schon top. Wenn es mal etwas weniger sein sollte, ist das aber auch nicht schlimm. Hast du alles geschafft, war deine Zielsetzung wohl nicht ambitioniert genug und du solltest beim nächsten Mal noch eine Schippe drauf legen.
  5. Plane das nächsten Quartal beginnend mit Punkt 1 dieser Liste erneut. Die Objectives können dabei gleich oder ähnlich bleiben, oder sich auch komplett ändern. Das hat vor allem mit dir, deinen Lebensumständen und dem, was dir aktuell besonders wichtig ist, zu tun.

Es gibt bei OKR kein Richtig und kein Falsch. Fange einfach mal damit an und siehe, wie es sich entwickelt. Auch wenn die ersten 2 oder 3 Quartale noch etwas holprig laufen, solltest du am Ball bleiben. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Beispiel

Wenn du dir zum Beispiel vornimmst, mehr Sport zu treiben, könnte dein Objective wie folgt lauten:

Ich steigere meine sportliche Leistung.

Dazu formulierst du nun einige Key Results, also Ergebnisse, die du erreichen willst, um zu deinem Objective zu kommen. Diese könnten wie folgt aussehen:

Ich gehe regelmäßig 3 mal pro Woche ins Fitnessstudio.

Im Bankdrücken steigere ich mein 1 RM von 60 kg auf 70 kg.

Ich gehe 1 mal pro Woche zum Fußballtraining.

Abschließende Worte

Meine Vorstellung hier zum System der OKR ist sicherlich recht kurz. Aber es wird auch viel unnötiger Wind darum gemacht und es werden Kurse angeboten, deren Umfang dem Thema einfach nicht gerecht werden, da sie den Rahmen völlig sprengen. Lass dich also nich davon ablenken und fang erstmal mit dem an, was ich dir hier in aller Kürze an die Hand gegeben habe. Das System ist recht simpel und lebt vor allem davon, dass es angewendet wird. Also nimm dir am besten ein paar Minuten und fang jetzt gleich an!

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