Stress beim Autofahren vermeiden

Ich war gestern an einem Freitag im Feierabendverkehr (zugegebener Maßen wenigstens in den Ferien) für knapp 400 km auf der Autobahn unterwegs. Bei dieser Gelegenheit möchte ich dir gerne ein paar meiner Tipps mitgeben, wie du auf der Autobahn ruhiger bleiben und Stress vermeiden kannst.

Auf meiner gestrigen Fahrt war die Autobahn wie üblich extrem voll. Das macht das Fahren anstrengend und löst auch gerne mal Stress aus. Ich habe mir aber durch mein tägliches Pendeln zur Arbeit einige Rituale angewöhnt, die mir auch bei längeren Fahrten auf der Autobahn helfen, Stress zu reduzieren und einfach gechillter anzukommen. Ich habe dabei 4 grundsätzliche Strategien, die ich im folgenden etwas erläutern möchte.

Gibt dir keinen Audio-Stress

Gerade auf längeren Fahrten kann es durchaus entspannt sein, nicht die ganze Zeit harte Musik auf den Ohren zu haben. Die macht nämlich unnötig agressiv und bringt dich leichter dazu, Stress aus deiner Umgebung aufzunehmen. Mein Tipp ist hier also eher auf ruhigere Musik zurückzugreifen. Aber auch das gute alte Radio ist eine Alternative. Der Mix aus Musik und Nachrichten oder auch mal kürzeren Plauderphasen ist jedenfall nicht stressfördernd.

Mein besondere Tipp ist aber ein ganz anderer. Ich selbst greife sehr häufig darauf zurück, während solcher Fahrten einfach Podcasts zu hören. Das ist informativ und definitiv nicht stressfördernd. Durch ein interessantes Gespräch fühle ich mich bisher jedenfalls nicht berufen aggressiv auf meinen Fordermann aufzufahren oder sonst irgendwelche schrägen Aktion zu starten. Probiere es doch einfach mal aus!

Rege dich nicht über andere auf

Du gewinnst überhaupt gar nichts, wenn du dich über andere Verkehrsteilnehmer aufregst, die sich vielleicht falsch verhalten haben. Es ist zugegeben nicht einfach, sich dessen immer wieder bewusst zu werden und ich selbst muss daran auch immer wieder arbeiten. Aber du kannst dir sicher sein, dass viele Leute nicht einfach nur rücksichtslose Idioten sind. Und in den aller seltensten Fällen tun sie das sogar mit Absicht.

Denk mal darüber nach, dass sie sich vielleicht in einer besonderen Situation befinden. Vielleicht wurdest du ja gerade von jemandem geschnitten, der sein krankes Kind im Auto hat und schnell zum Arzt muss? Würdest du in einer solchen Situation die Verkehrsregeln nicht vielleicht auch ein wenig mehr dehnen? Ich würde das tun. Du kannst dir nie sicher sein, warum eine andere Person so reagiert und sich so verhält, wie sie es tut. In den wenigsten Fällen tut sie das, um eine spezielle Reaktion bei dir zu verursachen (also um dich zu ärgern). Meistens wird sie wohl einfach unaufmerksam gewesen sein, was uns ja allen hin und wieder passiert. Oder aber es steckt tatsächlich eine nachvollziehbare Aktion dahinter, die du nicht direkt erkennnen kannst.

Alles ist möglich und du kannst die Situation von außen nie zu 100% beurteilen. Also versuche cool zu bleiben und dich nicht weiter aufzuregen. Ändern kannst du die geschehene Situation sowieso nicht mehr. Du kannst aber sehr wohl entscheiden, wie du damit umgehst und wie du reagierst. Und auch ob du dich darüber aufregst oder nicht. Das ist und bleibt deine eigene Entscheidung.

Fahre vorausschauend und halte Abstand

Eigentlich sollte das klar sein, aber dennoch halten sich viele einfach nicht daran. Gerade vorausschauendes Fahren ist etwas, das es meines Erachtens viel zu selten auf deutschen Autobahnen gibt. Immer wieder sehe ich Autos, die weiter mit Vollgas fahren, obwohl bereits von weitem zu erkennen ist, dass vorne etwas passiert oder dass die anderen bremsen. Aber viele fahren einfach weiter und bremsen dann häufig stark und vor allem unnötig. Dabei kannst du gerade auf der Autobahn unglaublich viele Situationen alleine dadurch entschärfen, dass du rechtzeitig den Fuß vom Gas nimmst und einfach nur ein wenig langsamer wirst. Du hast mehr Zeit die Situation in Ruhe einzuschätzen und entsprechend zu reagieren. Warum sich hier so viele selbst den Stress machen und bis zuletzt mit Vollgas weiterfahren erschließst sich mir einfach nicht.

Das geht aber auch einher mit dem Abstand. Viel zu selten wird ein adäquater Sicherheitsabstand eingehalten. Zugegebener Maßen ist das auch nicht immer möglich. Bei starkem Verkehr passiert es mir zumindest häufig, dass in entsprechend große und ausreichende Lücken immer wieder andere Autos einscheren. Konsequenterweise und in Einklang mit der StVO müsste ich dann eigentlich auch immer (stark) bremsen. In der Regel reicht es aber auch hier aus, einfach etwas vom Gas zu gehen und sich wieder etwas zurückfallen zu lassen. Der Sicherheitsabstand ist keine reine Empfehlung, sondern wirklich wichtig. Durch die langsame Reaktionszeit, die wir als Mensch nunmal haben, kann er im Zweifelsfall über Leben und Tod entscheiden. Also reduziere den Stress, indem du mit genügend Abstand auch immer schnell genug auf alle Eventualitäten reagieren kannst.

Richtgeschwindigkeit vs. Lichtgeschwindigkeit

Wenn es keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt, kannst du bei uns in Deutschland bekannter Maßen so schnell fahren, wie es dein Auto und die Verkehrssituation hergibt. Dass du dich in Zonen mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung an eben diese halten solltest, sollte klar sein. In der Regel gibt es diese nicht ohne Grund und die „verlorene“ Zeit ist nie der Rede wert. Aber was ist am besten, wenn du auch schneller fahren darfst?

Meine persönliche Empfehlung ist es, bei freigegebenen Abschnitten und mäßigem Verkehr durchaus etwas zügiger zu fahren. Im Bereich von ca. 150 km/h bis 180 km/h habe ich persönlich meine besten Erfahrungen gemacht. Darüber wird es schwieriger sich entsprechend zu konzentrieren, was letztlich eher stressfördernd ist. Daruter kann man weniger durchgängig links fahren, muss auf der mittleren Spur öfter bremsen und hängt auch häufiger hinter anderen, weil man gerade nicht überholen kann. Meine klare Empfehlung in diesem Fall ist es also, etwas zügiger als der Rest zu fahren, weil man sich damit meiner Meinung nach eine Menge Stress erspart. Bedenken solltest du allerdings, dass du bei einem Unfall mit einer Geschwindigkeit oberhalb der Richtgeschwindigkeit so gut wie immer eine Teilschuld bei einem eventuellen Unfall bekommen wirst.

Meine oben genannte Rechnung geht aber nicht mehr auf, wenn es voller ist und du eigentlich gar nicht dazu kommst, schneller zu fahren. In diesem Fall rate ich eher dazu, im Verkehr mitzuschwimmen und sich im Bereich 100 km/h bis 130 km/h zu bewegen. Das ist in solchen Situation die stressfreiere Wahl.

Fazit

Stress beim Autofahren lässt sich natürlich nicht immer komplett vermeiden. Ich konnte aber bei meinen oben genannten Tipps beobachten, dass ich dadurch deutlich enspannter auf der Autobahn reise. Es sind eigentlich nur ein paar kleine Dinge, die es dabei zu beachten gibt, die aber eine große Auswirkung haben. Am wichtigsten ist jedoch das Mindset. Wenn ich selbst enspannt bin und nichts persönlich nehme, klappt es auch am besten mit der stressfreien Fahrt.

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