Work/Life Balance

Work/Life Balance

Es ist eines der Buzzwords unserer Zeit, die Work/Life Balance. Doch was hat es damit auf sich? Geht das überhaupt? Und wie kannst du daran arbeiten und das Konzept für dich nutzen? Das will ich dir in meinem heutigen Beitrag erklären.

Der Begriff

Zunächst möchte ich darauf eingehen, was dieser hippe Begriff der Work/Life Balance für mich eigentlich bedeutet. Ich verstehe darunter ein Gleichgewicht der Zeiten, die verschiedene Aspekte meines Lebens benötigen. Das lässt sich grob in zwei Kategorien aufteilen. Auf der einen Seite die Zeit und Energie, die ich in meinen Beruf und damit auch in meinen Lebensunterhalt investiere. Auf der anderen Seite steht die Zeit und Energie, die ich mit meiner Familie oder mit mit selbst verbringe. Das entspricht im groben der Freizeit.

Ich denke, dass sich durchaus eine Balance zwischen diesen beiden Kategorien finden lässt. Sie ist allerdings nicht immer exakt gleich, dafür ist das Leben zu komplex. Es gibt immer wieder Zeiten in denen mehr in die Arbeit oder mehr in die Freizeit investiert wird. Wenn gerade ein wichtiger Deal im Büro ansteht, kann ich eben nicht jeden Tag um 16 Uhr gehen. Wenn aber zum Beispiel, wie im vergangenen Jahr mit meiner Tochter, ein Kind Einzug in das eigene Leben hält, muss an dieser Stelle das Privatleben mehr in der Fokus rücken. So ergeben sich immer wieder Zeiten in denen der eine oder der andere Bereich mehr Aufmerksamkeit und Energie bedürfen.

Das Problem

Das Problem von uns Männern ist meistens, dass wir dazu tendieren, der Arbeit einen größeren Stellenwert in unserem Leben beizumessen. Einer muss ja schließlich die Brötchen verdienen, oder? Wir Männer sind im Inneren darauf programmiert, hart zu arbeiten und mit dem Ergebnis unserer Arbeit unsere Lieben zu versorgen. Das liegt uns um Blut. Und weißt du, was auch wunderbar mit unseren Anforderungen zusammenarbeitet? Man kann das Ergebnis der eingenen Arbeit so wunderbar einfach messen! Du kannst messen, wieviel du heute schon verkauft hast oder wieviel Umsatz du in einem Monat erreicht hast. Es gibt immer Ziele, an denen du dich orientieren kannst und Einheiten in deiner Arbeit, die du messen kannst. Einfach vergleichen und schon kannst du sehen, wie gut du warst und ob du dich noch verbessern musst. Aber wie misst du das in deinem Privatleben? Wie kannst du feststellen, ob du ein guter Vater, Ehemann oder Freund bist? Eben. Genau deswegen stürzen wir Männer uns lieber auf die geliebte Arbeit, bei der das einfach möglich ist.

Die Lösung

Aber wie schaffst du es nun, mehr und vor allem besser für deine Familie und Freunde da zu sein? Ich habe ein paar Strategien, die bei mir funktioniert haben und die ich dir hier gerne mit auf den Weg geben will.

1. Kongruenz

Kann es sein, dass du je nach Situation und Rolle, in der du dich befindest, ein komplett anderer Mensch bist? Mir ging es so. Aber das zu ändern, hat mir unglaublich geholfen. Es hilft nicht weiter, wenn du in jeder Situation ein anderer bist. Ich habe lange Zeit im Büro immer zu allem Ja und Amen gesagt. In meine Freizeit hingegen habe ich natürlich nicht die Dinge getan, die ich eigentlich nicht tun wollte. Hier habe ich auch Nein gesagt. Zwar kannst du dir bei der Arbeit nicht immer aussuchen, was du tun willst und was nicht, aber ich meine hier auch weniger einzelne Aufgaben, sondern das große Ganze. Du machst einen Job, der dir absolut widerstrebt? Dann such dir was anderes! Dein Leben und alles was du tust sollte im Einklang mit deinen eigenen Vorstellungen und Wünschen sein.

Wenn deine Ehe nicht so läuft, wie du es dir vorstellst, warum unternimmst du dann nichts? Auch ich habe mich mit meiner Frau schon öfter gestritten. Das ist normal und gehört dazu. Aber ich habe auch Situationen einfach hingenommen, die mich eigentlich gestört haben. Ich wollte nichts sagen, um keinen Streit zu provozieren. Aber das bringt nichts. Geholfen hat es erst, als ich etwas gesagt habe und wieder die Kongruenz mit meinen Werten und Vorstellungen unserer Ehe hergestellt hatte.

Du musst das, was du tust, in Einklang mit deinen eigenen Vorstellungen und Werten tun. Dich zu verbiegen wird auf Dauer nicht funktionieren. Und glaube mir, auch andere Leute erkennen deine fehlende Kongruenz. Du bist nicht im Reinen mit dir und das erkennen sie. Wenn du aber ganzheitlich denkst und handelst, werden die Leute auch das erkennen und honorieren.

2. Kommunikation

Ein ganz wesentlicher Punkt ist die Kommunikation. Ich weiß, dass wir Männer uns damit immer schwer tun. Aber dabei hilft Kommunikation in fast allen Belangen des Lebens unglaublich viel weiter. Besprichst du mit deiner Familie, was du von jedem einzelnen erwartest und was sie von dir erwarten können? Besprichst du mit einem Kollegen und Vorgesetzeten, was sie von dir erwarten können und wann du verfügbar oder nicht verfügbar bist? Nein? Wieso nicht?

Wie sollten die Leute um dich herum wissen, was du willst und was du erwartest, wenn du es ihnen nicht sagst? Wenn du willst, dass die Leute dich so behandeln, wie du es gerne hättest, musst du ihnen dafür auch alle Informationen geben, die sie dafür brauchen. Von deiner Stirn können sie es dir nicht ablesen. Also rede mit ihnen. Sage ihnen, was du willst, was du erwartest und was du ihnen geben kannst. Kommuniziere so viel wie möglich. Schweigen ist Silber aber Reden ist Gold!

3. Verlässlichkeit

Ein weiterer wichtiger Punkt ist Verlässlichkeit. Wenn du zu dem stehst, was dich ausmacht und das auch kommunzierst, dann musst du das auch verlässlich umsetzen. Deswegen ist Verlässlichkeit auch so wichtig und heutzutage eine leider gefühlt eher seltener gewordene Tugend.

Wenn du deiner Familie versprichst, dass du um 18 Uhr wieder zuhause bist, dann sei auf jeden Fall auch spätestens um 18 Uhr wieder zuhause. Sieh es so: Wenn du dein Versprechen nicht hältst, dann hast du gelogen. Genau. Gelogen. Und das willst du ja nicht. Also solltest du alles daran setzen, dein Versprechen zu halten und verlässlich zu sein. Auch wenn du einem Freund zugesagt hast, ihm beim Umzug zu helfen, solltest du auch das auf jeden Fall einhalten. Schiebe deine Ausreden beiseite und sei verlässlich. Es könnte auch sein, dass dein Chef dich fragt, ob du nicht vielleicht doch am Wochenende kommen kannst, weil noch dringend dies oder das gemacht werden muss. Du hast ihm aber von Anfang an gesagt, dass du eine Grenze gezogen hast und am Wochenende nicht arbeiten wirst? Dann sagt ihm genau das und bleibe in deiner Aussage verlässlich!

Es geht darum, zu deinem Wort zu stehen. Wenn du anderen etwas versprichst, dann hältst du dich auch daran. Und die anderen werden das merken und respektieren. Ganz nebenbei führt das auch dazu, dass du nicht bei jedem kleinen bisschen sofort ja rufen wirst, sondern dir genau überlegt, was zu dir passt und wobei du dich festlegen kannst und willst und wobei nicht.

Abschließende Worte

Das war es schon. Kongruenz, Kommunikation und Verlässlichkeit sind die Säulen, die dir bei deiner Work/Life Balance helfen werden. Wenn du dich daran hältst, wirst du eine Balance für dich in deinem Leben finden und damit nicht nur dir selbst sondern auch anderen helfen.

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