Sei Egoist

Sei Egoist, um ein (besserer) Mann zu sein

Du zuerst, oder warum Egoisten einen klaren Vorteil haben, wenn es um die Persönlichkeitsentwicklung geht. Darum soll es in diesem Artikel gehen. Warum du dich selbst an die erste Stelle setzen solltest? Das ist zugegebener Maßen ein wenig widersprüchlich gegenüber dem, was in der Gesellschaft normalerweise vorgelebt und als moralischer Maßstab angesehen wird. Das Wort Egoist ist ganz klar eher negativ konnotiert. Warum es dennoch der richtige Weg ist, erfährst du im heutigen Artikel.

Für unsere Gesellschaft ist es unbestritten wichtig, dass natürlich nicht nur jeder an sich selbst denkt. Gegenseitige Hilfe und Unterstützung sind nicht nur nötig sondern auch das, was unsere Gesellschaft im Kern überhaupt ausmacht. Erfolgreich sind wir nur, gerade weil wir uns gegenseitig helfen. Wenn also die gegenseitige Hilfegren so essentiell ist, warum plädiere ich dann dafür, dass du dich selbst an die erste Stelle deiner Prioritätenliste setzen solltest?

Egoisten sind handlungfähiger

Ein gutes (wenn auch ein wenig überspitzes) Beispiel dafür kennt jeder, der schon mal als Passagier in einem Flugzeug geflogen ist. Was sagen die Flugbegleiter bei jeder Einweisung immer und immer wieder? Richtig. Sie sagen, dass man im Falle eines Druckabfalls und den herausfallenden Sauerstoffmasken zunächst immer sich selbst die Maske aussetzen soll. Erst dann soll man anderen und sogar Kindern helfen. An dieser Stelle wird einem also ausdrücklich gerate, ja nahezu befohlen, die sonst gültige Norm in der Gesellschaft zu brechen und zunächst nur für sich selbst zu sorgen. Aber warum ist das so? Die Antwort ist simpel. Wenn man sich nicht zunächst selbst hilft, steigt das Riskio exponentiell, dass man nicht nur sich selbst sondern auch anderen keine Hilfe mehr ist. Wenn man nämlich keinen Sauerstoff mehr bekommt und ohnmächtig oder schlimmeres wird, war es das. Dann hat man sich selbst nicht geholfen und wird mit Sicherheit auch niemand anderem mehr helfen können. Im Gegenteil, man behindert andere womöglich und wird zur Belastung.

Altruismus brennt dich auf Dauer aus

Dieses Beispiel soll verdeutlichen, warum es immer sinnvoll ist, dir selbst die größte Priorität einzuräumen. Wenn du für dich selbst gesorgt hast, es dir gut geht und du damit dein Leistungsoptimum abrufen kannst, kannst du anderen auch am besten helfen. Und das gilt natürlich nicht nur in Extremsituationen. Auch im Alltag kannst du sehr schnell in genau diese Situation kommen.
Du stehst morgens auf, machst dich frisch, isst schnell eine Kleinigkeit und machst dich dann auf zur Arbeit. Dort bist du 8, 9 oder 10 Stunden, bevor du den Weg nach Hause antrittst. Dort angekommen warten auch schon die nächsten Aufgaben auf dich. Du musst noch dringend die kaputte Spülung reparieren. Oder wolltest du heute nicht noch deinem Kumpel beim Umzug helfen? Vielleicht bist du aber auch der Coach für die Fußbalmannschaft deiner Kids? Es warten zumindest noch etlich Aufgaben. Und wenn du diese endlich erledigt hast, ist es eigentlich auch schon Zeit für’s Bett. Und am nächsten Tag geht der ganze Spaß auch schon wieder von vorne los.

Lass dich nicht ausnutzen

Wenn du dich in dem beschrieben Szenario wiederfindest, dann musst du dringend etwas ändern. Es wird dich auf Dauer ausbrennen, wenn du immer nur für andere tätig bist. Es kann sogar sein, dass andere bereits erkannt haben, dass du immer für sie springst, sobald sie nur einen Mucks von sich geben. Und es gibt einige Zeitgenossen, die das ausnutzen. Rufe dir ruhig mal mögliche Situationen für ein solches Szenario ins Gedächtnis und überlege dir, ob vielleicht genau das auf dich zutrifft.

Du muss also etwas ändern! Aber was? Du musst egoistischer werden! Das klingt hart, ist es aber nicht. Denn es soll ja nicht bedeuten, dass dir alle anderen und alles um dich herum von nun an völlig egal sein sollen. Es soll nicht bedeutet, dass du von jetzt an „über Leichen“ gehst und ohne Kompromisse nur noch dein Ding durchziehst. Nein, es soll bedeuten, dass du mit deinem neuen Egoismus die Weichen richtig stellst, damit du anderen besser helfen kannst und dich dabei nicht kaputt machst und ausbrennst. Aber wie genau wirst du nun egoistischer, ohne allen anderen vor den Kopf zu stoßen?

Wie werde ich zum Egoisten?

Für deinen neuen Egoismus ist besonders wichtig, was du bereits für dich definiert hast, als du deine Grenzen gesetzt hast. Ich kann es nicht oft genug sagen, aber es ist für fast alle Belange in deinem Leben das allerwichtigste zu wissen, was du eigentlich genau willst. Darüber musst du dir im Klaren werden. Wenn du das noch nicht bist, dann nimm dir Zeit dafür. Setze dich in einem ruhigen Moment hin und mache dir Gedanken darüber, was dir wichtig ist, was du erreichen willst und wo du dich in der Zukunft siehst. Schreibe es auf! Ordne es! Wiederhole diesen Vorgang. Wenn du das machst, wirst du auch definieren können, was für dich wichtig ist. Diese Klarheit wird dir zumindest nicht einfach zufliegen und du kannst sie auch nicht einfach von anderen übernehmen. Du musst dir deine eigenen Gedanken machen!

Als nächstes solltest du dir eine neue Standardantwort angewöhnen, die du von nun an immer benutzt, wenn dich jemand um etwas bitte: „Nein!“ Wenn du das nicht tust und weiter bei deinem bisherigen „Ja“ zu allem bleibst, wird sich nichts ändern. Es wird sich nichts verbessern. Du wirst noch mehr zu tun haben und vermutlich von noch mehr Leuten ausgenutzt werden.
Natürlich gibt es auch Fälle, bei denen du „Ja“ sagen kannst und solltest. Aber es sollte eben nicht mehr deine Standardantwort sein. Wenn eine Anfrage in dein Zeitbudget passt und mit deinen Zielen konform ist, kannst du zustimmen. Ansonsten lautet deine Antwort „Nein!“

Deine Zeit ist heilig!

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass du dir täglich (!) Zeit nur für dich einplanst. Ja, du sollst diese Zeit für dich wirklich einplanen. Trage sie in deinen Kalender ein und markiere sie als wichtig. Es muss schon ein verdammt wichtiger anderer Termin sein, um in dieser Zeit ausnahmsweise doch mal zugelassen zu werden. Und das sind nur ganz wenige Dinge im Leben. Die Zeit für dich selbst ist heilig!
Wenn du diesen Termin mit dir selbst hast sollst du in dieser Zeit genau das tun, was du gerne tust. Wenn noch schnell der Müll rausgebracht werden muss, lass ihn liegen. Das kann auch später noch gemacht werden. Nutze deine Zeit für dich. Es ist egal, ob du zum Sport gehst, zockst, liest oder einfach nur ein bisschen schläfst. Wichtig ist, dass es deine Zeit ist und dass du sie mit dem füllst, was dir in dem Moment und auch sonst wichtig ist. Nutze diese Zeit, um deiner Leidenschaft nachzugehen, einem Hobby oder anderen Interessen. Schreibe einen Blog oder bau ein eigenes Möbelstück. Egal. Hauptsache, du nutzt diese Zeit für dich und deine persönliche Entwicklung.

Sei ein besserer Mann

Wenn du dich an diese einfach Tipps hältst und damit ein wenig egoistischer wirst, dann wirst du damit auch zu einem etwas besseren Mann. Nur wenn es dir selbst auf Dauer gut geht, kannst du auch Gutes für andere tun, für andere da sein und anderen helfen. Du wirst ausgeglichener und kraftvoller sein. Ein besserer Freund, Ehemann, Vater oder Kollege. Denn auch deine Mitmenschen um dich herum werden das merken. Du wirst selbstbewusster und ihnen wird klar sein, dass du ein Mann mit Prioritäten bist und dass du deine eigene Zeit einforderst. Das macht dich zu einem besseren Mann!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

© 2020 herrenhaft | Theme: Storto by CrestaProject WordPress Themes.