Was uns Männer ausmacht

Was uns Männer ausmacht

Es ist das zentrale Thema meines Blogs. Und es ist ein schwieriges und unglaublich vielseitiges Thema. Ich möchte an dieser Stelle einen ersten Versuch starten und in diesem Blogpost näher bringen, was es in meinen Augen eigentlich tatsächlich bedeutet, ein Mann zu sein, was die Aufgaben eines Mannes aus meiner Sicht sind und wo Mann seine Prioritäten setzen muss.

Männer machen Männersachen

Die Betonung liegt hier vor allem auf dem Machen. Männer sind tendenziell eher dabei, Dinge anzupacken und anzugehen. Sie wollen nicht so sehr reden, beratschlagen oder planen, sondern sie wollen am besten gleich loslegen und aufkommenden Problemen und Schwierigkeiten mit Taten begegnen. Nur um das klarzustellen: Ich möchte an dieser Stelle nicht werten oder gar behaupten, dass die typische Herangehensweise von Männern besser wäre. Beide Herangehensweisen haben ihre Stärken und Schwächen. Ich möchte an dieser Stelle nur darlegen, dass Männer in der Regel eher zur pragmatischen und handelnden Herangehensweise tendieren.
Das führt natürlich auch dazu, dass Männer gerne überstürzt Dinge angehen. Ich will mich da keinesfalls ausnehmen. Das kann unter Umständen auch wirklich problematisch werden und zu Schwierigkeiten führen. Im besten Fall jedoch wird schnell und effizient eine Lösung gefunden und ein Thema beendet. Das kann auch erfrischend sein.

Männer helfen anderen (Männern)

Vermutlich liegt es in unseren Wurzeln. Es wird aber immer wieder festgestellt, dass Männer echte Kooperation mehr verinnerlicht haben, als das bei Frauen der Fall ist. Das stammt wahrscheinlich aus unserer Zeit als Jäger. Das große Mammut konnte eben nur dann erfolgreich erlegt werden, wenn man(n) kooperiert hat. Dazu war es unabdingbar, dass man(n) sich auf den anderen stets verlassen konnte. Und dieses Vertrauen macht Männerfreundschaften meiner Meinung nach so tief und stabil. Männer sind dabei auch jederzeit bereit anderen Männern (zumindest denen, denen sie vertrauen) zu helfen. Und das nicht nur in Form von Unterstützung in einer konkreten Situation sondern auch weit darüber hinaus. Mentoring ist hier das Stichwort.
Mentoren und ihre Mentee sind unter Männern häufiger anzutreffen, als unter Frauen. Obgleich es diese natürlich auch gibt. Männer geben dabei gerne ihr Wissen und ihre Fähigkeiten an andere Männer weiter. Und das auch weit über die Familienbande hinaus. Auch das steht vermutlich im Zusammenhang mit unseren Vorfahren. Es war wichtig, dass alle Mitglieder der Gruppe und nicht nur die eigenen Verwandten möglichst gute Fähigkeiten hatten. Denn auch auf diese musste man sich bei der Jagd verlassen können.
Es gehört also zur Natur der Mannes, anderen zu helfen und sie zu unterstützen. Natürlich sollst du nicht nur andere Männer unterstützen und Frauen außen vor lassen. Das wäre totaler Quatsch und trifft auch nicht das, was ich sagen will. Ich will nur sagen, dass das Weitergeben von Fähigkeiten und Wissen zu jedem Mann dazu gehört. Es ist Teil seiner Identität. Wenn du als Mann soweit bist gehört es quasi zu deinen Pflichten etwas zurück zu geben und der kommenden Generation als Mentor zur Verfügung zu stehen. Das kann als Mentor für eine Kollegen aber auch als Trainer für eine Sportmannschaft sein. Ob für Kinder oder junge Erwachsene, Männer oder Frauen, Jungen oder Mädchen: Völlig egal. Was zählt ist, dass du etwas an andere weitergibst, denn das liegt dir als Mann im Blut.

Männer sorgen für Ihre Familie

Klar, das klingt wie ein abgedroschenes Klischee aus vergangenen Zeiten. Der Mann als Versorger der Familie. Wie überholt. Aber ist es das wirklich? Ich denke nicht. Im Großteil der Menschheitsgeschichte war der Mann der Versorger der Familie. Das hat nicht unbedingt etwas mit Unterdrückung von Frauen zu tun (die es zweifelsohne gab und gibt) sondern hatte vielmehr pragmatische Gründe. So musste häufig körperlich anstrengende Arbeiten erledigt werden, was der Mann aufgrund der Genetik eben einfach besser konnte. Gleichzeitig konnten Haus und Kinder natürlich nicht unbeaufsichtigt bleiben. Das hat zu der klassischen Rollenverteilung geführt. Heute ist das natürlich anders. Maschinen erledigen im Prinzip die früher körperlich anstrengenden Arbeiten. Um die Maschinen zu bedienen, muss man nicht selbst körperlich stark sein. Durch die moderne Organisation der Gesellschaft können die eigenen Kinder darüber hinaus heute (mehr oder weniger) problemlos fremdbetreut werden. Das macht es für beide Geschlechter möglich, für die eigene Familie zu sorgen.
Aber irgendwie hat man als Mann, und so geht es vermutlich nicht nur mir, sondern auch den meisten anderen Männern, das Gefühl, dass man doch eher für die Familie sorgen muss, als die eigene Partnerin dazu in der Pflicht wäre. Objektiv betrachtet ist das natürlich Unsinn. Aber es steckt in uns drin. Wozu bräuchte man die Männer eigentlich noch, wenn nicht dazu, die Familie zu versorgen? Wenn das wegbricht, fühlen sich nicht wenige Männer überflüssig. Und ich kann es verstehen.
Es ist daher völlig legitim, wenn du als Mann deine Familie versorgen willst. Auch das steck dir in den Genen. Du hast einfach einen Drang dazu, der Versorger zu sein. Natürlich musst und solltest du das nicht alleine schultern müssen. Ich finde es aber wichtig, zu verstehen, dass das für die allermeisten Männer ein elementares Grundbedürfnis ist. Das hat nichts mit Unterdrückung oder sonst was zu tun. Es ist eben einfach ein elementarer Baustein unserer Existenz als Männer. Verstecke das also nicht, sondern lebe es aus. Es gehört zu uns Männern und das soll und muss auch so sein.

Männer beschützen ihre Liebsten

Auch das ist wieder eines der viel zitierten Klischees. Aber hast du nicht auch hier den Drang, das zu tun? Gehört das nicht irgendwie dazu? Wäre es nicht merkwürdig und vor allem total unmännlich, wenn deine Familie bedroht würde und du dich mit den Kindern hinter deiner Frau verstecken würdest? Ich für meinen Teil empfinde zumindest so. Und auch das hat nichts damit zu tun, dass ich das meiner Frau nicht zutrauen würde. Es ist vielmehr ein innerer Drang, das selbst in die Hand zu nehmen. Vermutlich hat auch das einfach mit der Tatsache zu tun, dass ein Mann in der Regel immer stärker als (s)eine Frau ist. Da kommt der Anspruch an einen selbst, auch als Beschützer der Familie aufzutreten irgendwie automatisch. Ich bin zudem davon überzeugt, dass auch die meisten Frauen sich (instinktiv oder auch nicht) einen Mann suchen, der sie eben auch „beschützen“ kann.

Männer haben eine harte Schale aber darin einen weichen Kern

Als Junge wurde einem oft gesagt, dass Jungen bzw. Männer nicht weinen, was einen selbst vom Weinen abhalten sollte. Zwar klappt das noch nicht bei den ganz kleinen, die etwas größeren kleinen Männer wurde dadurch aber durchaus geprägt. Männer zeichnen sich dadurch in der Regel durch eine gefühlt niedrigere Emotionalität als Frauen aus. In ihrem Kern sind sie es aber natürlich nicht. Ich halte es vielmehr für eine vor allem anerzogene Sache, dass Männer meist kühler und distanzierter wirken. Manchmal wirken sie fast desinteressiert. Aber, und da spreche ich wohl für die meisten Männer, sie sind es natürlich nicht. Auch Männer sind soziale und emotionale Wesen die natürlich auch ihre Bedürfnisse und Befindlichkeiten haben. Sie „dürfen“ es nur in der Regel nicht so sehr zeigen und versuchen sich daher anders zu geben.

Männer sind direkt(er)

Frauen sprechen eine andere Sprache. Männer verstehen Frauen nicht. Das sind zwar Klischees, aber auch hier steck ein bisschen Wahrheit dahinter. Ich denke, dass das oftmals darauf zurückzuführen ist, dass Männer in der Regel einfach direkter sind und denken. Auch mir passiert es immer wieder, dass ich meine Frau einfach „nicht verstehe“. Das hat auch gerne mal Konfliktpotenzial. Hintergrund ist oft, dass meine Frau etwas subtil andeutet und ich es einfach nicht verstehe, es also einfach übersehe. Ich verstehe nur klare Anweisungen, welche von meiner Frau aber (zurecht) nicht immer in genau dieser Form kommen. Wir verstehen uns dadurch dann ab und an nicht. Wenn ich etwas weniger direkt wäre, sie etwas mehr oder beide ein wenig aufeinander zukommen könnten, kann man das „Problem“ sicher in den Griff bekommen. Aber auch trotz des Wissens über das Problem an sich, fällt es uns beiden in manchen Situationen schwer bis unmöglich. Wir Männer sind eben an der ein oder anderen Stelle etwas anders gepolt.
Meine kleine Sammlung von Dingen und Eigenschaften, die uns Männer ausmachen, erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Falls dir noch etwas einfällt oder du etwas anders siehst, kannst du das gerne in den Kommentaren loswerden.

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